Toyota Hilux: Der Pick-up fährt erstmals auch vollelektrisch
13. Januar 2026 Von Guido Borck
Den soliden Ruf eines robusten Arbeitstiers hat sich der Toyota Hilux längst erarbeitet. Seit 1968 wurde er weltweit über 27 Millionen Mal verkauft und gilt seit mehr als 50 Jahren als Synonym für Robustheit, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. Diese Grundwerte behält Toyota auch in der neunten Generation bei, erweitert sie jedoch um moderne Antriebstechnologien.
Der Stromer startet zuerst, der Diesel folgt später
Zur Markteinführung im April bringt Toyota erstmals auch einen batterieelektrischen Hilux BEV auf den europäischen Markt. Er nutzt eine 59,2 kWh starke Lithium-Ionen-Batterie und jeweils einen Elektromotor an der Vorder- und Hinterachse. Der allradgetriebene Stromer verfügt über eine Leistung von 144 kW (196 PS) und erreicht ein maximales Drehmoment von 205 Newtonmetern an der Vorder- und 268 Nm an der Hinterachse.
Im WLTP-Zyklus kommt der elektrische Hilux auf eine Reichweite von bis zu 257 Kilometern, im Stadtverkehr sind sogar bis zu 380 Kilometer möglich. Diese Werte sind noch vorläufig und fallen auf dem Papier nicht üppig aus. Für viele Gewerbetreibende – wie etwa Gärtner, Förster oder Dachdecker – dürften sie im Arbeitsalltag jedoch völlig ausreichen.
Auch der BEV bleibt in seiner Bauweise ein klassischer Hilux: Ein Leiterrahmen, 207 Millimeter Bodenfreiheit und eine maximale Wattiefe von 700 Millimetern sichern weiterhin eine hohe Geländetauglichkeit. Die im Rahmen integrierte Batterie ist durch einen Unterfahrschutz gesichert. Ein speziell für den Elektroantrieb entwickeltes Multi-Terrain-Select-System passt das Drehmoment an die jeweiligen Fahrbahnbedingungen an.
Allerdings fordert die bei Elektroautos schwere Batterie auch beim E-Hilux ihren Tribut: Mit einer Nutzlast von nur 715 Kilogramm und einer Anhängelast von 1,6 Tonnen liegt er deutlich unter den Werten des Mildhybrid-Diesels. Der darf 3,5 Tonnen ziehen bietet auf seiner Pritsche eine Zuladung von bis zu einer Tonne.
Der aus dem Vorgängermodell und dem aktuellen Land Cruiser bereits bekannte Mildhybrid-Diesel kommt im Juli 2026 auf den Markt. Er kombiniert einen 2,8-Liter-Selbstzünder mit einem 48-Volt-System. Ein zusätzlicher Lithiumionen-Akku verbessert das Ansprechverhalten und reduziert den Verbrauch sowie den CO2-Ausstoß. Toyota gibt für mit 204 PS (150 kW) starken Hilux noch keine Verbrauchs- und Emissionswerte bekannt, da die Homologation der neuen Modellvarianten noch aussteht und erst zum Marktstart veröffentlicht werden.
Optisch präsentiert sich der neue Hilux betont modern. Die Kombination aus hoch positionierten, schlanken Scheinwerfern und einem breiten Kühlergrill an der Frontpartie sorgt für einen markanten Auftritt. Technisch basiert die neue Generation weitgehend auf der Plattform seines Vorgängers. Daher ändern sich die Abmessungen nur geringfügig. Der Hilkux ist 5,32 Meter lang, 1,86 Meter breit und 1,80 Meter hoch. In Europa bietet Toyota seinen Pick-up ausschließlich als viertürige Doppelkabine an, während er in anderen Ländern unter anderem auch als Einzelkabine gibt – eine Entscheidung zugunsten von hohem Praxisnutzen und Innenraumkomfort.
Brennstoffzelle kommt 2028
Im Rahmen seiner Multipath-Strategie erweitert Toyota den Hilux-Antrieb ab 2028 um eine Wasserstoff-Brennstoffzelle. Diverse Hilux-Prototypen nutzen bereits das aus der Mittelklasselimousine Mirai bekannte System, bei dem Wasserstoff mit Sauerstoff reagiert und daraus Strom erzeugt wird. Offizielle Angaben zur Reichweite fehlen noch, doch mit über 600 Kilometern Aktionsradius dürfte der Pick-up aber Gewerbekunden mit langen Strecken ansprechen. Vorausgesetzt, die Wasserstoff-Infrastruktur wächst weiter und wird nicht – wie hierzulande – weiter abgebaut. (aum)